Gesetzesrahmen für Frauenförderung verlangt

Kommunale Initiativen fordern bessere Finanzausstattung

Sachsens Frauenförderung braucht nach Ansicht von Expertinnen einen einheitlichen Gesetzesrahmen. Einen entsprechenden Antrag an die Landesregierung verabschiedete die Arbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros in Sachsen gestern nach dreitägiger Beratung in Glauchau. Die Tätigkeit von Gleichstellungsbeauftragten in den Kommunen müsse an die Regelungen für Frauenbeauftragte im Öffentlichen Dienst und in der privaten Wirtschaft angeglichen werden. Nach dem Willen der Frauenbüros sollten künftig auch Kommunen mit weniger als 20.000 Einwohnern wieder ein Gleichstellungsbüro erhalten. Bis zur Änderung der sächsischen Gemeindeordnung lag die Bemessungsgrenze für eine solche Einrichtung bei 10.000 Bewohnern. Eine solche Anlaufstelle habe sich als notwendig erwiesen, hieß es. Zudem verlangten die Gleichstellungsbeauftragten eine bessere finanzielle Ausstattung für ihre Arbeit. Beim Bundeskongress der Gleichstellungsbeauftragten Ende September in Rostock wollen die Sächsinnen einen Antrag unter dem Titel „Versorgungsausgleich für die nach Familienrecht der DDR Geschiedenen“ einbringen. Damit sollen Nachteile betroffener Frauen in der Rentenberechnung kompensiert werden. Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros gibt es in Sachsens Kommunen etwa 350 Gleichstellungsbeauftragte, darunter 56 hauptberuflich beschäftigte.

Datum: 
Wednesday, June 4, 1997

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