Amtsblatt Landkreis Leipzig

Die Gleichstellungsbeauftragte informiert

Gleichstellungspolitik ist Innovations- und Querschnittspolitik!

Wie bereits in der Amtsblattausgabe vom Juli berichtet, soll auf einige Ergebnisse des Bundesgleichstellungsberichtes näher eingegangen werden. Warum? Weil Gleichstellungsarbeit unverzichtbar ist für eine moderne kommunale Innovationspolitik, die ein enormes, wirtschaftliches Potenzial entwickeln kann! Der erste Abschnitt des Bundesberichtes betrachtet die Gleichstellung im Lebenslauf. Dahinter verbergen sich die langfristigen Auswirkungen, die bestimmte Entscheidungen in den einzelnen Lebensabschnitten haben. Die Analyse zeigt, dass keine echte Wahl- und Gestaltungsfreiheit herrscht, Frauen und Männer leben in partnerschaftlichen und familiären Bindungen, daher treffen sie ihre Entscheidungen davon nicht losgelöst. Beispielsweise sind Frauen, auch im Landkreis Leipzig, in den "typischen Frauenberufen" (Handel, Hotel- und Gaststättengewerbe, Dienstleistungssektor, ...) anzutreffen, wo sie weniger verdienen. Deshalb fällt schnell die Entscheidung, dass sie nach der Geburt länger zu Hause bleiben. Diese Entscheidung im Lebenslauf hat u. a. enorme Auswirkungen auf Rentenansprüche und das eigene Weiterkommen im Berufsleben. Institutionelle Rahmenbedingungen verstärken die Gewöhnung an traditionelle Strukturen noch. Wenn u. a. keine flexiblen Kinderbetreuungsangebote zur Verfügung stehen, dann stecken meistens Frauen beruflich zurück. Daran wird deutlich, welche Entscheidungen auch von Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Leipzig täglich getroffen werden und welche Auswirkungen diese haben. Denn die Folgenkosten, wie Arbeitslosigkeit, aufstockende Arbeitslosengeld II-Leistungen und Altersarmut, gilt es zu minimieren. Deshalb muss analysiert und diskutiert werden, wie ein familienfreundlicher Landkreis und eine effektive Unterstützung für junge Eltern oder Alleinerziehende weiter ausgestaltet werden können. Dazu sind alle politischen Handelnden und die Verwaltung aufgerufen, in ihrem Bereich zu schauen, ob die Menschen die größtmöglichsten Wahl- und Gestaltungsmöglichkeiten haben. Denn nur dann wird es für die hier ansässigen Unternehmen und den gesamten Landkreis positive Effekte für die Zukunft geben.

Wenn Sie sich jetzt schon weiter informieren möchten, können Zusammenfassungen und weitere Drucksachen unter http://www.gleichstellungsbericht.de heruntergeladen werden.

Ines Mehner Gleichstellungsbeauftragte

Datum: 
Saturday, September 24, 2011

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